{"id":189,"date":"2026-06-10T14:28:24","date_gmt":"2026-06-10T12:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bimmerl.at\/?p=189"},"modified":"2026-08-06T14:42:17","modified_gmt":"2026-08-06T12:42:17","slug":"folge-1-wien-und-seine-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bimmerl.at\/index.php\/2026\/06\/10\/folge-1-wien-und-seine-grenzen\/","title":{"rendered":"Folge 1: Wien und seine Grenzen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00fcber meinen ersten Podcast<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"631\" height=\"499\" src=\"https:\/\/www.bimmerl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wien-Grenzen.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-192 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.bimmerl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wien-Grenzen.png 631w, https:\/\/www.bimmerl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wien-Grenzen-300x237.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stadtplan von Wien<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war gar nicht so einfach, wie ich zun\u00e4chst gedacht habe. Mehr Arbeit und Zeit sind in diesen ersten Beitrag geflossen, als geplant und es hat auch l\u00e4nger gedauert, bis sich so richtig in Schwung kam und &#8211; siehe da: schwuppdiwupp den Beitrag dann doch fertig gemacht habe. <br>Ich habe ja auch diese Homepage erstellt, damit ich selbst f\u00fcr alles verantwortlich bin und alles so gestalten kann, wie ich m\u00f6chte. <br>WordPress habe ich mir von meinem Hosting-Provider installieren lassen, alles andere ich Eigenbau. Versuch und Irrtum, mehrere Anl\u00e4ufe etc. Aber das ist schon Schnee von gestern. Ich m\u00f6chte Euch das Skript zum ersten Podcastbeitrag &#8222;Wien und seine Grenzen&#8220; nicht vorenthalten: <br><br>Hier ist es:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wien und seine Grenzen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles hat seine Grenzen. Wien auch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich hat auch Wien Grenzen und die Stadtgrenze kann man ganz gut erkennen, wenn man sich zum Beispiel auf den Donauturm begibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man von der Aussichtsterrasse nach Norden zur Donau schaut, sieht man gerade vor sich eine kleine Anh\u00f6he, den Bisamberg. In dieser Gegend wird jede Erhebung Berg genannt, auch wenn sie nur 100 Meter \u00fcber dem Niveau der Donau liegt, wie zum Beispiel der Laaerberg, von dem etwas sp\u00e4ter die Rede sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bisamberg liegt schon in Nieder\u00f6sterreich, dem Bundesland, das Wien rundherum umgibt. Im flachen Land vor der Erhebung sieht man auf Stammersdorf, hinter dem sich noch einige Felder vor dem Bisamberg ausbreiten. Links davon, n\u00e4her bei der Donau liegt Strebersdorf, das n\u00f6rdlichste Gebiet von Wien. An der Endung \u201eDorf\u201c kann man \u00fcbrigens schon sehr gut erkennen, dass einst die Grenzen Wiens ganz woanders lagen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Links, am andern Ufer der Donau sieht man den Leopoldsberg mit der Kirche am Gipfel und dem steilen Hang zur Donau hin. Diese Kirche ist ein markanter Punkt, den man von vielen Stellen Wiens sehen kann, und die auch bedeutend in der Stadtgeschichte Wiens ist. Daneben, weiter im Westen kann man den Kahlenberg sehen und eine Kette weiterer H\u00fcgel mit der h\u00f6chsten Erhebung Wiens, dem Hermannskogel, der es auf stolze 544 m bringt. Zum Vergleich: die Donau bei der Reichsbr\u00fccke liegt bei 157m \u00fcber dem Meeresspiegel; der Hermannskogel ist also knapp 400m hoch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dieser H\u00fcgelkette liegt die Stadtgrenze Wiens. Damit haben wir auch das \u00f6stliche Ende des Wienerwalds gesehen und damit auch die letzten Ausl\u00e4ufer der Alpen. In einem weiten Bogen kann man die W\u00e4lder und Berge sehen, die zum Westen und S\u00fcdwesten Wien geh\u00f6ren. Wir drehen uns weiter nach S\u00fcden und sehen, dass sich in einiger Entfernung \u2013 schon deutlich hinter dem Zentrum Wiens mit der Ringstra\u00dfe, dem Stephansdom und dem schon weiter weg vom Zentrum liegenden Schloss Sch\u00f6nbrunn das Gel\u00e4nde ansteigt. Es ist der Wienerberg und weiter \u00f6stlich kann man den schon erw\u00e4hnten Laaerberg sehen. Dahinter flie\u00dft der Liesingbach von West nach Ost und einigerma\u00dfen parallel dazu verl\u00e4uft auch die Stadtgrenze ein St\u00fcck weiter s\u00fcdlich. Noch weiter \u00f6stlich, wenn wir vom Donauturm genau nach S\u00fcden schauen, erkennen wir im flachen Gel\u00e4nde die Gr\u00fcnfl\u00e4che des Wiener Zentralfriedhofs. Dort verl\u00e4uft die Grenze ein St\u00fcck au\u00dferhalb des Friedhofsgel\u00e4ndes und erreicht die Donau hinter dem Alberner Hafen, etwa beim Ende der Donauinsel. Dann verl\u00e4uft die Grenze einige Kilometer in der Mitte der Donau flussabw\u00e4rts nach S\u00fcdosten, um dann auf der H\u00f6he des Flughafens nach Norden abzubiegen und entlang der Lobau weiter nach Norden zu verlaufen. Die Anlage der neu gebauten Seestadt Aspern ist deutlich zu erkennen. Die liegt noch in Wien, weiter rechts weiter liegt Essling und unmittelbar \u00f6stlich davon verl\u00e4uft dann die Grenze weiter nach Norden. Zwischen den Siedlungen gibt es dort sowohl diesseits als auch jenseits der Grenze noch landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen. Der Grenzverlauf ist kaum mehr auszumachen. Von unserer Terrasse am Donauturm schauen wir jetzt nach Nordosten und sehen einen gr\u00f6\u00dferen Ort hinter der Gr\u00fcnflache eines Golfplatzes: Deutsch Wagram. Der Golfplatz liegt noch in Wien, an seiner n\u00f6rdlichen Grenze liegt auch die Grenze Wiens. Weiter im Westen liegt die Ortschaft Gerasdorf, die sich schon in Nieder\u00f6sterreich befindet. Und dann sehen wir ein St\u00fcck weiter westlich schon wieder Stammersdorf, das wir schon am Beginn unseres Rundblicks gesehen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber warum erz\u00e4hle ich das? Weil jede Grenze eine Bedeutung hat. Unser Paradephilosoph Konrad Paul Lissmann schreibt in seinem lesenswerten Essay Lob der Grenze: \u201eWas aber ist eine Grenze? Vorab nicht mehr und nicht weniger als eine wirkliche oder gedachte Linie, durch die sich zwei Dinge voneinander unterscheiden. Wer auch immer einen Unterschied wahrnimmt, nimmt auch eine Grenze wahr, wer auch immer einen Unterschied macht, zieht eine Grenze.\u201c&nbsp; (Zitat Ende)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stadtgrenze ist zun\u00e4chst einmal eine administrative Grenze. Es gelten ein wenig andere Regeln als in dem die Stadt umgebende Nieder\u00f6sterreich. Das betrifft vor allem die Bewohner Wiens, aber auch die Bewohner aus dem Umland, zum Beispiel, wenn sie in einem Wiener Krankenhaus behandelt werden wollen. Es betrifft auch die ca. 300.000 Pendler, die nach Wien zur Arbeit fahren \u2013 vor allem, wenn sie mit dem Auto kommen, da die Stadt Wien daran arbeitet, den PKW \u2013 Verkehr zu Gunsten der \u00d6ffis und dem Rad fahren zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Und auch indem in Wien praktisch \u00fcberall tags\u00fcber kostenpflichtige Kurzparkzonen eingerichtet sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon erw\u00e4hnt verl\u00e4uft die Grenze im Westen Wiens durch das h\u00fcgelige Waldgebiet des Wienerwaldes, dem seit \u00fcber hundert Jahren gesetzlich gesch\u00fctzten Wald- und Wieseng\u00fcrtel. Dort reicht die Besiedlung nicht bis an Stadtgrenze heran und kann nicht mehr ausgedehnt werden. Ganz anders ist es im S\u00fcden, wo das Wiener Becken zumindest bis Baden, etwa 20 km von der Stadtgrenze entfernt, durchgehend f\u00fcr Wohnh\u00e4user, Industrieanlagen und Gewerbegebiete genutzt wird. Ebenso werden im Norden die Besiedlung und industrielle Nutzung immer gr\u00f6\u00dfer, auch wenn sich zwischen den einzelnen Ortschaften noch \u00c4cker und G\u00e4rtnereien befinden. Auch der Nordwesten ist entlang der Donau bis Korneuburg dicht besiedelt. Vor allem im Nordosten ist innerhalb der Stadtgrenzen noch unverbautes Gebiet. Dort wird seit zwanzig Jahren an der so genannten Seestadt Aspern, von der schon die Rede war, gebaut, wo in den kommenden Jahren bis zu 25.000 Menschen leben und 20.000 arbeiten sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum des Zentrums, das von der Ringstra\u00dfe und dem Donaukanal begrenzt wird, tummeln sich beinahe zu jeder Jahreszeit fast ausschlie\u00dflich Touristen. Dazwischen die Leute, die zum oder vom Arbeitsplatz kommen, denn die gr\u00f6\u00dfte Zahl an Arbeitspl\u00e4tzen in Wien sind im Ersten Wiener Gemeindebezirk, in der Inneren Stadt. Bewohner gibt es dort jedoch nur wenige. Es wurlt nur so, wie man in Wien sagt. Dank der Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und U-Bahn sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Autos zu sehen, daf\u00fcr umso mehr Caf\u00e9s und Restaurants mit den Schanig\u00e4rten davor, wo die sich die Touristen zum Wohle des Big Business von den Strapazen des Sightseeings ausruhen k\u00f6nnen. Die Gastronomie hat hier ganz eindeutig die Grenzen ihrer T\u00e4tigkeit weit nach drau\u00dfen verlegt, in die Schanig\u00e4rten. Danke Klima\u00e4nderung! Wer sich jedoch in eine der Seitengassen begibt, also jenseits der Grenzen der Touristenstr\u00f6me, kann allerdings auch ruhigere Pl\u00e4tze in der Inneren Stadt finden, die gelegentlich Einblicke in begr\u00fcnte H\u00f6fe bieten in denen noch ein wenig das Flair vom \u201eAlten Wien\u201c \u2013 was auch immer das gewesen sein mag &#8211; zu sp\u00fcren ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ringstra\u00dfe mit ihren Prachtbauten ist eine recht markante Grenze. Seit ihrer Errichtung in der Mitte des 19.Jht.s bewahrt sie in ihrem Inneren, in der Zone, die sie umschlie\u00dft, die Vergangenheit der Stadt und die Erinnerung ihrer Bedeutung als Hauptstadt der \u00f6sterreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Nur sehr vereinzelt gibt es Neues, jede Neuerung ist umstritten und wird heftig diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Zone au\u00dferhalb der Ringstra\u00dfe gibt es noch einige historische Geb\u00e4ude, Palais ehemals bedeutender Adelsfamilien, alte B\u00fcrgerh\u00e4user, einige alte Industrie- und Gewerbeanlagen, die heute aber oft anders genutzt werden, aber auch neuere Geb\u00e4ude aus allen Epochen bis heute. Ich spreche \u00fcber die so genannten Vorst\u00e4dte, also den Bereich zwischen der Ringstra\u00dfe und der G\u00fcrtelstra\u00dfe, die ebenfalls eine Grenze innerhalb der Stadt bildet. Die Bezirke au\u00dferhalb des G\u00fcrtels im Westen und S\u00fcden sind die traditionellen Arbeiterbezirke, wo heute auch der Gro\u00dfteil der Zuwanderer lebt, die einst, seit den 1960er Jahren, als Gastarbeiter nach Wien gekommen sind, ihre Familien nachgeholt haben und mittlerweile in dritter oder gar schon vierter Generation in Wien leben. Aber auch viele der Leute, die sp\u00e4ter nach Wien gezogen sind: mit der Ost\u00f6ffnung um 1990, dem EU-Beitritt von \u00d6sterreich und sp\u00e4ter dem unserer \u00f6stlichen Nachbarn. Es kamen Fl\u00fcchtlinge vor den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien und im Nahen Osten. Sie alle leben meist in den Au\u00dfenbezirken, jenseits der G\u00fcrtelstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00dcbergang von den Arbeitervierteln zu der Zone, wo die wohlhabenden, die reichen und ganz reichen Wiener zu Hause sind, ist nicht an einem \u00e4hnlich markanten Stra\u00dfenzug festzumachen. Der \u00dcbergang erfolgt jedoch auch meist recht abrupt, weil zwischen die Villen mit den weitl\u00e4ufigen G\u00e4rten kaum jemand Arbeiterwohnungen bauen wird, schon allein wegen der entsprechend hohen Grundst\u00fcckspreise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Wiener Au\u00dfenbezirken gibt es mehr Einfamilienh\u00e4user mit mehr oder weniger Garten, mehr ruhige G\u00e4sschen daf\u00fcr aber weniger gute Versorgung mit \u00d6ffis, Gesch\u00e4ftslokalen und Arbeitspl\u00e4tzen. \u00dcbrigens: in Wien sind rund die H\u00e4lfte der Geb\u00e4ude Einfamilienh\u00e4user. Wer h\u00e4tte das gedacht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt in der Stadt Grenzen, die zwar teilweise mit Bezirksgrenzen zusammenfallen, die aber nicht durch diese Verwaltungsgrenzen entstanden sind, sondern vielmehr durch Ma\u00dfnahmen, die viele Jahrzehnte zuvor gesetzt wurden. Beispielsweise wurden in Ottakring in den 1880er Jahren viele Gr\u00fcnderzeith\u00e4user mit Substandardwohnungen gebaut \u2013 Substandard nach heutigen Massst\u00e4ben, wohlgemerkt! denn damals waren sie h\u00f6chst fortschrittlich mit Toiletten und Wasserleitungen, der ber\u00fchmten Bassena, in jedem Stockwerk. Viele Familien sind von dort seit den 1950er Jahren ausgezogen. Gastarbeiter, zun\u00e4chst aus dem ehemaligen Jugoslawien und sp\u00e4ter aus der T\u00fcrkei sind in der Folge dort eingezogen und haben in den letzten Jahrzehnten dem Bezirk einen v\u00f6llig anderen Charakter gegeben. In den letzten Jahren sind auch viele Migranten aus arabischen L\u00e4ndern, dem Iran und Afghanistan nach Wien gekommen, von denen ebenfalls viele in diese Gegend gezogen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glich wurde das, indem die Stadt Wien auf Grund der Wohnungsnot &#8211; die Einzimmerwohnungen in den Zinskasernen waren oft heillos \u00fcberbelegt \u2013 in so genannte Gemeindebauten investierte. Die Arbeiterfamilien verlie\u00dfen die Gr\u00fcnderzeith\u00e4user, die im privaten Eigentum waren und zogen in Gemeindewohnungen, die von der Stadt Wien g\u00fcnstig vermietet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer jetzt vom G\u00fcrtel kommend durch die Neulerchenfelder Stra\u00dfe geht, der sieht links und rechts viele meist kleine Gesch\u00e4fte, die auch in Istanbul oder Bagdad sein k\u00f6nnten. Am Brunnenmarkt bieten die H\u00e4ndler auf ihren St\u00e4nden orientalische Gem\u00fcsesorten und Gew\u00fcrze an, ebenso wird vor allem Lamm- und H\u00fchnerfleisch verkauft. Wer Schweinefleisch oder Speck sucht, ist dort fehl am Platz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einiger Zeit sind zun\u00e4chst einige K\u00fcnstler in dieses Gr\u00e4tzl gezogen und in der Folge wurden einige Gr\u00fcnderzeith\u00e4user saniert und dieses Umfeld wiederum f\u00fchrte zu einer Gentrifizierung \u2013 also zum Zuzug von Personen aus dem Mittelstand, Yuppies und Bobos, was vor allem am Yppenplatz am n\u00f6rdlichen Ende des Brunnenmarkts zu einer vielf\u00e4ltigen Gastro-Szene gef\u00fchrt hat. Es lohnt sich, einen Spaziergang durch den Brunnenmarkt und zum Yppenplatz zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, dass in einer Stadt wie Wien auch eine andere Art von Grenze sichtbar wird: die Grenzen der M\u00f6glichkeiten von Stadtplanung! Die Planer in den 1950er und 60er Jahren konnten diese Entwicklung nicht vorhersehen. Die Dynamik des Zusammenlebens der Menschen in einer Gro\u00dfstadt, die Zu- und Abwanderungsbewegungen bringen die unterschiedlichsten Formen der Nutzung hervor, die niemals von den offiziellen Planungsstellen erdacht worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine ganz andere Art von Grenze finden wir auf den Stra\u00dfen. Die Stra\u00dfen in einer Stadt sind zun\u00e4chst einmal durch die Geb\u00e4ude links und rechts begrenzt. Die Wohnh\u00e4user schlie\u00dfen heutzutage die Tore ab, und nur wer von einem Bewohner eingelassen wird, bekommt Zutritt und begrenzen so, wer reindarf und wer nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gehsteig ist durch Randsteine von der Fahrbahn abgegrenzt. Weitere Begrenzungen gibt es auf mehr und mehr Stra\u00dfen, welche den Fahrradverkehr vom Autoverkehr und den Fu\u00dfg\u00e4ngern auf den Gehsteigen trennen sollen. Wei\u00dfe Linien begrenzen Bereiche, auf welchen geparkt werden darf, Verkehrszeichen begrenzen die Geschwindigkeit, mit welcher Fahrzeuge auf den Stra\u00dfen unterwegs sein d\u00fcrfen, oder wo Fussg\u00e4nger ausgegrenzt werden. Umgekehrt gibt es Fussg\u00e4ngerzonen, wo der Autoverkehr auf ein Minimum eingeschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6ffentliche Einrichtungen, wie Stra\u00dfen und Parkanlagen, Schwimmb\u00e4der und Sportpl\u00e4tze, Einkaufszentren und M\u00e4rkte, Kinos und Theater, Gasth\u00e4user und Restaurants, Caf\u00e9s und W\u00fcrstelst\u00e4nde, Busse, Stra\u00dfenbahnen und Z\u00fcge samt den Haltestellen und Bahnh\u00f6fen stehen im Prinzip allen zur Verf\u00fcgung. Eintrittspreise und Ben\u00fctzungsgeb\u00fchren grenzen jedoch einen Teil der Wiener vom Zugang aus. Vor allem aber sind es unsichtbare Schranken, die viele Bewohner davon abh\u00e4lt, ins Burgtheater oder die Staatsoper zu gehen und die gleichen unsichtbaren Grenzen halten andere Wiener davon ab sich unter die Zitterpappeln im G\u00e4nseh\u00e4ufel zu legen. Die Besucher des Burggartens verbringen die restliche Zeit kaum Waldm\u00fcllerpark in Favoriten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grenzen sondern ab, erzeugen einerseits Unterschiede, zeigen vor allem aber Unterschiede auf. So ist die Nutzungsdauer einer Stra\u00dfenbahngarnitur der Wiener Linien begrenzt, neue Garnituren l\u00f6sen die alten ab \u2013 Grenzen sind also nicht nur r\u00e4umlich, sondern auch in der zeitlichen Dimension vorhanden. Aber das betrifft ja nicht nur Wien, sondern uns alle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Thema Zeit w\u00e4re ja eine ganz andere Geschichte f\u00fcr diesen Podcast.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fcber meinen ersten Podcast Stadtplan von Wien Es war gar nicht so einfach, wie ich zun\u00e4chst gedacht habe. Mehr Arbeit und Zeit sind in diesen ersten Beitrag geflossen, als geplant und es hat auch l\u00e4nger gedauert, bis sich so richtig in Schwung kam und &#8211; siehe da: schwuppdiwupp den Beitrag dann doch fertig gemacht habe. 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